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Jannik Giger - Biest LP 27977
[Jannik Giger]

Jannik Giger - Biest LP 27977
Edition of 200, silkscreened cover.

Jannik Giger is a swiss composer and sound-artist born 1985 in Basel.

audio sample

Die knapp 40minütige Publikation enthält fünf Kompositionen. Die Anordnung der Stücke auf der Platte ist so aufgebaut, dass zuerst rein auf Sampling basierte elektronische Musik zu hören ist, dann aber ein unmerklicher Wechsel zu real gespielter Kammermusik stattfindet. Die kompositorische Methode ist sowohl bei der elektronischen wie bei der Musik für Instrumentalisten gleich: Fragmente historischer und zeitgenössischer klassischer Musik dienen der Inspiration, ganze Passagen werden wieder verwendet, zitiert und beinahe zur Unkenntlichkeit verändert. Während bei der elektronischen Musik Klänge aus bereits bestehenden Einspielungen bzw. Interpretationen in neuen Montagen gesampelt werden, Mehrschichtigkeit und Klang-Cluster den ursprünglichen Charakter derart verwandeln, dass etwas komplett Neues entsteht, erkennt man in der live gespielten Musik ebenfalls fragmentarisch den schöpferischen Ursprung, also neu angeordnete Passagen, Motive oder gar Melodien „alter“ Musik wieder, jedoch entlang einer „realen“, zeitlichen Linearität. Das Spiel mit den hörbaren/unhörbaren Grenzen zwischen Erfindung und Wirklichkeit sowie die kompositorischen Strategien und Methoden geben BIEST den stilistischen Zusammenhalt.

Die Stücke Blind, Clouded, Scalpello Nero, Clash und Biest sind auf der Publikation enthalten, wobei die fünf Titel nicht als separate Einheiten zu verstehen sind. Vielmehr gilt es, die Entwicklung vom ersten bis zum letzten Stück heraus zu hören. Während bei den ersten beiden das Spiel zwischen Fiktion und Instrumentalmusik noch gut erkennbar ist, hat Giger in Scalpello Nero – das Stück wurde als Klanginstallation in der Kunsthalle Basel gezeigt – bereits ein fiktives aber sehr akustisch klingendes Ensemble gebaut, der elektronische Eingriff ist sehr subtil. In Clash, ein Auftragswerk für das Ensemble Phoenix Basel, gibt es zwar auch eine elektronische Komponente, denn der Pianist spielt Samples, welche sich mit dem Ensembleklang vermischen, aber es handelt sich bei dem Stück eindeutig um eine zeitlich lineare musikalische Produktion. Biest, ein Stück für ein Quartett, ist eine rein akustische Komposition. Hier ist das Sampling nur noch als kompositorische Strategie zu verstehen, die Musik wird von realen Instrumenten gespielt.

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